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Präsenztraining vs. Onlinetraining: Wie lässt es sich besser lernen?

Spätestens in der Corona-Krise ist eine Debatte entbrannt zwischen Präsenztraining-Verfechtern und Digital Natives, die am liebsten nur online über ihren Bildschirm trainieren möchten. Die Diskussion lässt sich abkürzen, denn die Lösung lautet: Beide Varianten haben ihre Vorteile. Auf den Trainer kommt es an – online wie vor Ort!

Zweigeteiltes Bild: Menschen in einem Präsenztraining und Frau im Onlinetraining

Präsenzschulungen: Die Abwechslung macht’s

Nicht alle Trainer sind gleich. Das ist zunächst eine gute Nachricht, denn wer würde gerne bei jedem Präsenzseminar ein Déjà-vu erleben? Doch das bedeutet auch, dass es gute wie schlechte Trainer gibt. Haben Sie schon einmal in einem Präsenztraining gesessen, das Sie an den Frontalunterricht zu Schulzeiten erinnert hat und in dem sie mit Power-Point-Folien voller Informationen erschlagen wurden? Können Sie sich noch an die Inhalte erinnern? Mit Sicherheit schütteln Sie jetzt innerlich den Kopf.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass monotone Informationen kaum im Langzeitgedächtnis gespeichert werden – der Wahrnehmungsimpuls ist einfach zu schwach. Anders sieht es aus, wenn mehrere Reize im Spiel sind, Sie z.B. über eine Handlung etwas lernen oder audiovisuelle Inhalte wahrnehmen. Ein guter Trainer nutzt das für die Gestaltung seiner Präsenz- wie Online-Trainings. Etwa durch gemeinschaftlichen Austausch mit anderen Teilnehmern, Kleingruppenarbeiten oder Simulationen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das vermittelte Wissen länger im Gehirn gespeichert wird.

Somit lässt sich die Frage, ob Präsenztrainings effektiver sind oder Online-Trainings nicht so einfach beantworten. In erster Linie kommt es auf den Trainer an. Dennoch haben beide Seminarvarianten ihre Vorteile.

Hier ist das Präsenztraining im Vorteil

Das gute, alte Präsenztraining war bis zur Corona-Krise klarer Favorit bei vielen Schulungen und Weiterbildungen. Und das nicht ohne Grund:

1. Mehr Interaktion

Ganz klar, das klassische Präsenztraining bietet vor allem den Vorteil der direkten Interaktionsmöglichkeit. Es bringt nicht nur unterschiedlichste Charaktere zusammen, es ermöglicht auch den direkten Austausch – sowohl über Privates in den Pausen als auch über die gerade gelernten Inhalte. So erfolgt unmittelbar eine kritische Auseinandersetzung mit dem neuen Wissen, das dadurch automatisch vertieft wird. Gleichzeitig werden Soft Skills wie etwa die Wahrnehmung von Körpersprache trainiert.

Präsenztraining: Mann steht in einer Gruppe

2. Stärkere Emotionen

Wo Menschen aufeinandertreffen, entstehen Emotionen. Lernen macht gemeinsam mehr Spaß als alleine Zuhause vor dem Computerbildschirm. Die positive Stimmung kann die Lernbereitschaft fördern. Zudem fällt Lernen vielen Teilnehmern leichter, wenn sie sich austauschen und gegenseitig helfen können. So ist die Abbruchquote bei E-Learnings deutlich höher als wenn die Teilnehmer in einem festen Rahmen wie einem Präsenztraining lernen.

3. Neue Kontakte

Präsenztrainings sind auch immer eine gute Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen oder Kollegen besser kennenzulernen. Besonders bei Fachseminaren ist die Chance hoch, auf Gleichgesinnte oder potente Partner aus der eigenen Branche zu treffen. So ist Netzwerken ein wichtiger Nebeneffekt von Präsenzseminaren.

Online-Trainings können hiermit punkten

Auch Online-Trainings haben das Potential, ermüdend und langweilig zu sein. Vor allem, wenn ein Trainer keine entsprechende Onlinetrainer-Ausbildung absolviert hat. Kommt dann noch wenig Erfahrung dazu, ist die Gefahr groß, dass die Teilnehmer nur mit Inhalten beschallt werden. Sind Online-Trainings jedoch abwechslungsreich und didaktisch gut aufbereitet, bieten Sie vor allem für Unternehmen einige Vorteile.

1. Weniger Zeitaufwand

Gerade in den stressigen Arbeitsalltag lässt sich ein Online-Training oft leichter integrieren. Die Teilnehmer müssen nicht erst irgendwohin anreisen und sind direkt einen ganzen Tag verplant. Zudem können Online-Trainings in kleineren Einheiten stattfinden, z.B. für zwei Stunden am Nachmittag und die Teilnehmer so in kleinen Häppchen lernen. Das verringert auch die Gefahr der Überforderung durch zu viele Informationen.

2. Geringere Kosten

Nicht nur der Trainer spart Reisekosten, auch für die Teilnehmer fallen bei einem Online-Training keine zusätzlichen Kosten für Anreise und Übernachtung an. Lediglich die benötigte Technik muss vorhanden sein. So können Unternehmen mit gleichem oder sogar geringerem Budget mehr Mitarbeiter zu einem Thema schulen.

3. Nachhaltigeres Lernen

Wird das Online-Training mit einer Lernplattform oder Transferaufgaben begleitet, lernen die Teilnehmer über einen längeren Zeitraum nachhaltiger. Durch Wiederholung und eine intensive Auseinandersetzung werden die Inhalte vertieft und langfristig im Gehirn abgespeichert. Zudem haben die Teilnehmer die Möglichkeit, auch über das eigentliche Training hinaus Fragen zu stellen und Unklarheiten oder nachträgliche Praxis-Probleme im Alltag lassen sich schnell lösen.

Online-Trainings: Computer mit Aufschrift Blended Learning

Die Kombi aus Präsenz- und Onlinetraining ist der Schlüssel zum Erfolg

Sowohl Präsenztrainings als auch Online-Trainings haben also ihre jeweiligen Vorteile. Die optimale Lösung ist deshalb eine Kombination aus beidem: So verbindet Blended Learning das Beste aus beiden Welten, ohne dabei deutlich teurer zu sein. Aber: Auch hier kommt es auf die Expertise und Erfahrung des Trainers an. Dieser sollte nicht nur Experte für Präsenztrainings sein, sondern auch eine fundierte Onlinetrainer-Ausbildung absolviert haben.

Fazit: Es bleibt eine persönliche Präferenz, ob jemand eher eine Präsenzschulung oder ein Onlineseminar bevorzugt. Wer sich jedoch persönliche Interaktion und neue Kontakte wünscht und gleichzeitig flexibel und nachhaltig lernen möchte, der sollte über Blended Learning nachdenken. Zudem empfiehlt es sich, auf eine gute Ausbildung des Trainers zu achten, im Bereich Onlinetraining wie für Präsenzseminare.